Gottesdienst-Ordnung Monat Oktober 2022

Die neue Gottesdienst-Ordnung liegt in den Kirchen aus und kann hier heruntergeladen werden.

 

Oktober-2022-Gottesdienst-Ordnung.pdf

Liebe Schwestern und Brüder,

das Titelfoto zeigt uns einen Blick in den herbstlichen Höhenpark Rochusberg bei Bingen. Die Sonne scheint durch die Baumkronen, deren bunte Blätter sich schon ziemlich gelichtet haben. Für Viele ist der Herbst die Lieblingsjahreszeit. Nach der Hitze der Sommertage ist das Klima wieder angenehmer geworden. Die Farben der Blätter, die Farben des Himmels sind nun vielfältig. Die früher beginnende Dunkelheit lädt am Abend ein, es sich beim Schein einer Kerze gemütlich zu machen. „Und kam die goldene Herbsteszeit“ so dichtete Theodor Fontane in seinem Gedicht vom Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Ein schöner Gedanke: Die goldene Herbsteszeit.

Doch wenn wir in diesem Jahr Nachrichten hören oder in die Zeitung schauen, kommt uns alles andere in den Sinn, nur keine goldene Herbsteszeit: Krieg in der Ukraine, Energiekrise, Inflation, steigende Coronazahlen. Alles andere als goldene Zeiten. Kein gemütlicher Abend mit Freunden bei Kerzenschein. Stattdessen wohl alleine, in eine Wolldecke gewickelt, im kalten Zimmer. Die Kerze keine Gemütlichkeit sondern Notwendigkeit. So suggeriert sich im Moment manche Vorstellung für den beginnenden Herbst und Winter.

Aber lassen wir uns nicht verrückt machen. Schauen wir doch lieber auf die nach wie vor schönen und guten Seiten dieser Zeit und unseres Lebens. Auch in diesem Jahr werden die Blätter bunt und die Formationen am Herbsthimmel sind vielfältig und schön. Auch in diesem Herbst laden Wald, Feld und Wiesen zum Spaziergang ein. Auch in dieser Zeit können wir mit Familie und Freunden am Tisch sitzen, können erzählen oder zumindest am Telefon miteinander sprechen. Und jeden Tag können wir etwas Gutes tun und selbst etwas Gutes erleben.

Trotz all der vielen schwierigen Dinge, die wir tagtäglich hören, sehen und erleben, können wir uns öffnen für Gottes Gegenwart in unserer Mitte, der diese Welt so wunderbar geschaffen und uns all dies Schöne und Gute geschenkt hat. Und der uns einlädt, uns und ihm immer wieder zu begegnen.

Wie wir diese Welt erleben, hängt nicht nur von dem, was um uns herum geschieht, sondern auch davon ab, mit welchen Augen wir diese Welt, die Menschen um uns und uns selbst anschauen: Augen der Sorge, Augen der Angst oder Augen der Hoffnung und der Zuversicht.

Liebe Schwestern und Brüder, ich möchte Sie ermutigen, trotz aller momentanen Belastungen in dieser Welt, mit frohen und liebevollen Augen in diese Welt zu schauen.

Herzliche Grüße

Ihr Pastor Matthias Holzapfel